Die Ackerbohne in Anbau und Verwendung

Nun ist die Zeit der Bohnenernte und eine der liebsten ist mir die Ackerbohne (Vicia faba) , auch Pferdebohne oder Dicke Bohne genannt. Weitere Namen sind Puffbohne und Saubohne. Sie stammt aus Europa und ist anders zu kultivieren, als die Busch- und Stangenbohnen, die aus Südamerika stammen und erst mit Columbus zu uns kamen. Leider ist die Ackerbohne immer mehr von der Südamerikanerin verdrängt worden. Dabei ist sie vielfältiger zu verwenden, als diese.

Die Ackerbohne habe ich dieses Jahr im März in den Boden gelegt. Vorher war noch alles gefroren. Diese Jahr habe ich die Samen nicht vorgequollen und das war gut so. Im vorletzten Jahr sind nämlich von den vorgequollenen Samen nur wenige gekommen. Scheinbar mögen sie den starken Temperaturwechsel nicht, sondern quellen langsam im Boden bei zwar kalter, aber gleichbleibender Temperatur.

In milden Wintern kann sie schon im Februar gesät werden. Durch das frühe Auslegen, verhindert man, das eventuelle Schädlinge junge Pflanzen zu sehr im Wachstum beeinträchtigen. Wenn die Bohnenlaus und andere Vertreter unterwegs sind, dann haben die Ackerbohnen schon eine Größe erreicht, die sie weniger anfällig gegen sie macht. Die Bohnen müssen etwa 5 cm in den Boden. Sie keimen innerhalb von 14 Tagen und die ersten Blätter sind nach 4 Wochen zu sehen. Die geraden Stängel brauchen keine Stütze, sie sind stabil und windbruchsicher.

Die Verwendungsmöglichkeiten der Ackerbohne
Wenn die Pflänzchen 40 cm hoch sind, kann man die ersten Blätter ernten. Sie schmecken ganz ausgezeichnet, man kann sie roh im Salat oder aufs Brot essen. Die Pflanze nimmt einem den Schnitt nicht übel. Sie verzweigt sich nicht, sondern wächst einfach weiter.
Kommen im Mai die Blüten zum Vorschein, verwende ich diese ebenfalls im Salat. Sie schmecken süß bohnig und sehen mit ihren schwarzen Fleck auch sehr schön aus.
Palbohnen, also halbreife Bohnenkerne aus Ackerbohnen sind eine Delikatesse, die auf dem Wochenmarkt teuer bezahlt werden müssen. Scheinbar sind Palbohnen vornehmlich in Norddeutschland in Verwendung. Wenn man sich die Palbohne mal genauer ansieht, dann ist ein Mützchen zu erkennen, welches manchmal noch an der getrockneten Bohne klebt und so aussieht, als wäre sie bereits gekeimt und dann eingetrocknet. Dieses Mützchen ist aber das Haltestängelchen, welches in der Hülse die Bohne hält.

Die Bohnen sind reif, wenn die Hülsen schwarz sind. Je nachdem, welche Sorte man hat, sind die Bohnensamen weiß, grün oder braun gefärbt. An einer Pflanze sind etwa 50 Hülsen. Pro Hülse etwa 5 Bohnen. Die unteren Hülsen sind meistens größer und enthalten keimfähigere Samen. Ich lasse die unteren stehen und ernte zum Verzehr die darüberstehenden Hülsen. Ich habe eine norddeutsche Landsorte, die man an der Pflanze trocknen lassen kann. Die Hülse wird dann hellbraun und dünn. Im September oder Oktober ernte ich bei trockenem Wetter alle Pflanzen und trockne die Bohnensamen nach. Man ließt in der Fachliteratur, das die Samen 4-6 Jahre haltbar sind. Ich habe dieses Jahr Bohnen von der Ernte 2008 ausgelegt, sie waren also 3 Jahre alt und sie sind alle gekeimt.

Fazit:

Ackerbohne
Aussaat Februar-März, nicht vorquellen
Reihenabstand 50 cm
Pflanzabstand 30 cm
Saattiefe etwa 5 cm tief, 1 Bohne je Pflanzloch
Blüte Mai
Ernte Blätter Juni-August
Ernte Hülse Juni
Ernte Palbohne Juli
Ernte Bohnensamen September
Haltbarkeit der Samen etwa 4-6 Jahre
Höhe 1 m
Bodenansprüche sandig, duchlässig

3 Gedanken zu „Die Ackerbohne in Anbau und Verwendung

  1. Harald

    Bei uns heißt sie Saubohne und ist eine Delikatesse. Meistens reicht die Ernte immer nur für ein großes „Freßgelage“ mit den alten Bekannten aus der Jugend. Dann gibt es einen riesen Topf mit Saubohnen, Speck, vielen Buletten und ordentlich Bier.

    BG Harald

    Antworten

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