Estragon, der kleine Drache

Estragon sticht aus den klassischen Gartenkräutern durch sein blumiges Aroma hervor. Ähnlich wie beim Koriander mag man ihn oder nicht. Man mag ihn nicht nur ein wenig oder naja-geht-so. Entweder ganz oder gar nicht.

Franzoesischer-Estragon

Ganz mal vom Geschmack abgesehen, hat er eine interessant Geschichte. Botanisch heißt es Artemisia dracunculus. Artemisia kommt aus dem Griechischen und bezieht sich auf die Göttin Artemis, die bei Geburten helfen sollte. Dracunculus bedeutet soviel wie ‚Kleiner Drache‘ wobei hier das Aussehen der Blätter gemeint ist, die einer Drachenzunge ähnlich sein sollen, aber wer hat schon jemals eine Drachenzunge gesehen?

Nun gibt es auch noch zwei Arten von Erstagonen. Die russische und die französische Variante. Der russische Estragon hat wenig von dem typischen geschmacksgebenden Estragol und schmeckt eher fade. Dafür bildet es reichlich Samen aus und hat man eine Pflanze im Garten stehen, muss man aufpassen, das er sich nicht unkontrolliert vermehrt.

Der Französische Estragon kommt ursprünglich aus dem Balkan und wanderte erstmal nach Griechenland. Dort ist er dann zu seinem Namen gekommen, wie oben beschrieben. Die Pflanze ist steril, man kann ihn nur über Wurzelteilung oder Stecklinge vermehren. Eine Variante zum Franzosen ist in Thürignen ‚gefunden‘ worden und heißt dementsprechend Deutscher Estragon. Ob es wirklich ein Fund war oder vielleicht eine Selektion besonders großer Pflanzen sein dahingestellt. Geschmacklich sind sie nahezu identisch. Botanisch sind sie dieselbe Art und man spricht landläufig vom Französischen Estragon. Mittlerweile sind durch Selektionen in den Gärtnereien jedoch die Unterschiede der beiden augenfälliger. Der deutsche Estragon hat größere Blätter und dickere Stiele als sein französischer Bruder. Beide breiten sich durch Wurzelausläufer aus und können dabei recht rabiat sein.

EstragonOben ist der Französische und unten der Deutsche Estragon zu sehen.

Zum Schluss noch ein leckeres Rezept.

Erdbeersalat-mit-Estragon

Erdbeersalat mit Estragondressing

Friseesalat, Lollo Rosso oder ähnlich Grünes
4 Kirsch-Tomaten
6 Erdbeeren
Sesam, geröstet

Dressing:
3 Eßlöffel Olivenöl
1 Eßlöffel Himbeeressig oder anderer Fruchtessig
halber Teelöffel Senf
viertel Teelöffel Erdbeermarmelade
3 Zweiglein Estragon
Salz, Pfeffer

Salat waschen und schleudern, klein zupfen.
Die Tomaten achteln, die Erdbeeren ebenso, alles in eine Schüssel gebe, den gerösteten Sesam darüber streuen.

Für das Dressing den Estragon klein schneiden und mit allen anderen Zutaten in ein Schüsselchen zu einem Dressing verrühren und über den Salat geben. Dazu frisches Brot. Lecker.

2 Gedanken zu „Estragon, der kleine Drache

    1. Anja Walessa Artikelautor

      Estragon passt sehr gut zu Spargel. Ich brate den Spargel in der Pfanne , würzen mit Pfeffer, Salz und etwas Sahne oder Frischkäse und zum Schluss den fein geschnittenen Estragon drüber streuen.

      Antworten

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