Kulturanleitung und Überwinterung von Agapanthus

Herkunft

Agapanthus wird auch Schmucklilie oder Liebesblume genannt. Den Namen Liebesblume erhielt sie durch die griechische Übersetzung des botanischen Namens; ‚agape‘ bedeutet Liebe und ‚anthos‘ Blume. Sie ist in Südafrika beheimatet und blüht dort von Dezember bis Januar, also wenn auf der Südhalbkugel Sommer ist.

Es gibt acht Agapanthusarten und von denen ist die immergrüne Agapanthus praecox und die laubabwerfende Agapanthus campanulatus bei uns am häufigsten anzutreffen. Leider ist der Name beim Kauf häufig unzureichend angegeben. Meistenes steht nur Agapanthus-Hybride und eventuell ein Sortenname, wie ‚Bressingham Blue‘ am Topf. Auch mein Agapanthus ist ein immergrünes Irgendwas von meiner Ex-Schwiegermutter.

Die Kultivierung von Agapanthus

Agapanthus ist bei uns nicht winterhart. Bei richtiger Pflege blüht die Schmucklilie bei uns im Juli und August mit blauen oder weißen Blüten, je nach Sorte.


Nach der Blüte im September sollte man die Blütenstiele abschneiden, damit die Kraft der Pflanzen nicht in die Samenproduktion geht, es sei denn, man möchte Agapanthus im Frühjahr aus säen. Hierzu komme ich noch zu sprechen.

Nun gehts erstmal darum, im folgenden Jahr wieder eine üppige Blütenpracht zu bekommen. Ab August sollte nicht mehr gedüngt werden. Mitte bis Ende Oktober stellt man die Pflanze rein und entfernt alle welken Blätter. Dabei ist es besser die Blätter abzureißen als abzuschneiden.

An einem hellen Ort bei 8-12 °C bleibt sie nun bis zum nächsten Frühjahr stehen. Bei mir steht sie im ungeheizten Treppenhaus und bekommt recht wenig Licht durch die Eingangstür.  Bisher hat es ihm aber nicht geschadet. Agapanthusarten, die einziehen und das Laub abwerfen, können auch im Dunkeln bei 5°C überwintert werden. Die Temperatur sollte bei beiden Arten in der Ruhephase nicht über 15°C steigen. Das Gießen stellt man so gut wie ganz ein. Die Pflanze hat diese Kälte- und Trockenphase auch am Naturstandort und es ist wichtig , dass sie sie auch bei uns erhellt.

Im Januar werden die Blüten angelegt. Wenn die Pflanzen bis dahin zu warm oder zu feucht stand, wird sie im nächsten Sommer spärlich oder gar nicht blühen.

Agapanthusarten, die über Winter eingezogen sind, stellt man ab März hell. Anfang April kann wieder regelmäßig gedüngt werden und nach den Maifrösten kann die Pflanze wieder ins Freie an einen sonnigen Platz gestellt werden.

Agapanthus braucht den Druck um die Wurzeln und sollte in einem engen Topf gepflanzt werden. Ist dieser nach ein paar Jahren nun doch zu klein geworden, kann es allerdings zu einer Blühfaulheit kommen. Dann hackt man den Ballen in der Zeit von Ende Januar bis Anfang März in mehrere Teile und pflanzt diese in strukturreiches und tonhaltiges Substrat ein. In dem Jahr braucht nicht gedüngt zu werden.

Es kann sein, dass diese neuen Agapanthuspflanzen dann im Jahr des Umtopfens nicht blühen, da die Wurzel empfindlich auf Störungen reagieren. Wenn man besonderes Pech hat, dann blüht sie auch im zweiten Jahr nicht oder zeigt nur wiederwillig eine Blüte.

Als Dünger ist ein wöchentlicher Flüssigdünger am besten geeignet, da ja besonders bei älteren Pflanzen durch die Enge im Topf so gut wie kein Substrat vorhanden ist und ein Flüssigdünger gut von den Wurzeln aufgenommen wird.

Agapanthus- Aussaat

Möchte man den Samen aussähen, läßt man die verblüten Dolden an der Pflanze reifen, bis sie dunkelbraune bis schwarze Samen bilden. Etwa im Oktober kann man sie ernten und trocknen. In einem Papiertütchen bewahrt man die Samen an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort auf. Im März sät man sie in ein Aussaatsubstrat, bedeckt sie dünn mit Erde und stellt sie auf die Fensterbank. Bei etwa 20 °C keimt die Saat nach 25-30 Tagen. Man pikiert die kleinen Pflänzchen in Töpfe und kürzt dabei die Wurzel etwas ein. Ab Mai können sie nach draußen. Da die meisten Sorten nicht samenecht fallen, ist es ungewiss, aber spannend, was bei der Aussaat herauskommt. Die Sorte ‚Thriumphator‘ soll angeblich samenecht sein. Die Pflanzen blühen nach etwa 4 Jahren das erste Mal.

Anja Walessa

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Mein Name ist Anja Walessa, Jahrgang ’65. Meine Leidenschaften sind Gärtnern, Kochen, Fotografieren und Science Fiction Filme. Außerdem mag ich kleine pelzige Vierbeiner, in erster Linie Katzen.

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