Samenbomben

Die Idee des Guerilla Gardening stammt aus den 80er Jahren. Unter dem Namen ‚Green Guerillas‘ fand sich eine kleine Gruppe New Yorker zusammen und betrieb illegales Gärtnern auf verlassenen Grundstücken in East Village. Sie pflanzten heimlich Sträucher und Blumen, säten robuste Stauden aus und taten dies mit dem romantischen Beigeschmack des Verbotenen. Es waren friedliche Guerilleros, die in der Ära der Revolution gegen Imperialismus und das Establishment hervorgekommen sind. So entstanden die Samenbomben, die niemanden ein Leid zufügen, sondern für eine blühende Stadt sorgen und graue Städte verschönern. An tristen Plätzen wie Parkplatzrandstreifen, blanken Baumscheiben und öden Baulücken können die Samenbomben ausgelegt werden. Sobald es regnet, sprießen die Keimlinge hervor und erfreuen bald mit bunten Blumen.

Man kann sich Samenbomben auch selber bauen.

Samenbomben werden aus etwa zwei Teilen Ton, einem Teil Erde und etwas Blumensamen hergestellt. Mit Wasser vermischt entsteht ein knetbarer Teig, der sich formen läßt. Bei einer größeren Produktion lohnt sich ein Equipment aus Utensilien, die eigentlich aus der Pillenherstellung für Apotheker stammt.

Zuerst wird eine Wurst geformt, die schön gleichmäßig stark gerollt wird. Diese wird in gleich große Stücke portioniert.

Die Stücke können dann in Kugelform gebracht werden. Nun sehen sie aus wie Schokokugeln und man sollte irgendwas schokoladiges dabei haben, denn der Anblick läßt einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Auf einem Backblech trocknen die Kugeln bei etwa 30 °C ein bis zwei Tage. Sie verlieren dabei das Wasser und werden hart.

Die trockenen Samenbomben sind etwa zwei Jahre haltbar. Sie schützen die Samen und man kann sie gut in der Tasche transportieren. Sobald sie ausgelegt sind und mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, quillt der Ton und die Samen fangen an zu keimen.

Samenbomben können natürlich in jede erdenkliche Form gebracht werden, zum Beispiel als Würfel oder Schweinchen.

Das Buch zur Tat heißt Guerilla Gardening – ein botanisches Manifest von Richard Reynolds und ist bei Orange Press erschienen. Sehr zu empfehlen.Reynolds beschreibt eigene Erfahrungen und die anderer Guerilla Gärtner mit Hintergrundwissen und ist für Einsteiger wie Profis zu gebrauchen.

Anja Walessa

Veröffentlicht von

Mein Name ist Anja Walessa, Jahrgang ’65. Meine Leidenschaften sind Gärtnern, Kochen, Fotografieren und Science Fiction Filme. Außerdem mag ich kleine pelzige Vierbeiner, in erster Linie Katzen.

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